Lappland Tag 6

Lappland 2013 – Tag 6

09.01.2013 – Hundeschlitten-Tour

Aufstehen um 6:30 Uhr, fertig machen und das Gepäck vorbereiten, damit es zur „Cold Reception“ des Icehotels gebracht werden kann. Als besondere Attraktion hat der gesamte Ort durch irgendwelche Probleme mit der Stromversorgung eine unbeabsichtigte Lightshow zu bieten. Wie lange das noch so geht, ist uns aber relativ egal, da wir den ganzen Tag auf Achse sind.

Aber erstmal ist Frühstück angesagt. Die gleiche Location, bei der wir am Vorabend dieses grandiose Abendessen hatten. Das Buffet ist mehr als reichhaltig und schmeckt auch richtig gut. Angenehm gesättigt bereiten wir uns auf den großen Hundetag vor. Aufregung macht sich bei uns beiden breit, wir freuen uns wie Bolle drauf.

Um etwa 9:00 Uhr werden wir am Hotel vom Shuttle-Bus des Veranstalters Jukkäsjärvi Vildmarks Turer abgeholt. Die Gruppe besteht insgesamt aus sieben Personen. Nach etwa 20 Minuten Fahrt sind wir da. Als erstes gibt es die Möglichkeit, sich Overalls, Schuhe, Handschuhe und Co. auszuleihen, wir haben aber bereits alles dabei. Danach laufen wir ein paar Meter weiter und stehen auf einmal mitten zwischen den ganzen Hunden in ihren Zwingern. Mein lieber Scholli – langweilig ist anders. Die machen ordentlich Rabbatz! Die Aufregung und Freude bei uns steigt weiter.

Wir werden in Zweier-Teams je Schlitten eingeteilt und bekommen als erstes mal ne Einweisung in Handhabung, Lenken und dem grundsätzlichen Verhalten auf und mit dem Schlitten. Das Wichtigste jedoch: „NEVER let go!!!“ Also niemals den Schlitten loslassen (gilt für die Person, die den Schlitten lenkt), ansonsten heißt es Laufen bis man irgendwann vielleicht seinen Schlitten wieder findet. Jeder Schlitten wird mit fünf Hunden ausgestattet (hat sich wohl als ideale Anzahl bewährt). Als Fahrer/Lenker ist man zuständig für Bremsen und natürlich Steuerung des Schlittens. Die zweite Person hat vor der Abfahrt die Aufgabe, die Leithunde im Zaum zu halten und ggf. die Halteseile der Hunde wieder zu entfleddern, ansonsten sitzt die Person während der Fahrt fest auf dem Schlitten und unterstützt teilweise beim Lenken durch Gewichtsverlagerung.

Dann wird es ernst und die Tour geht los. Kickstart ist angesagt. Die Tiere geben ordentlich Gas und katapultieren den ganzen Schlitten in Null Komma Nix auf Tempo. Macht unglaublich Spaß, das Spiel zwischen Bremsen und laufen lassen, Gewicht verlagern und zusätzlich noch die weite der Natur genießen. Für die erste Hälfte der Strecke bin ich am Lenker und Dirk lässt sich chauffieren. Die Schläge des immer wieder auf den Boden knallenden Schlittens gehen wohl durch Mark und Bein. Dabei kann ich (noch) nicht mitreden, denn ich federe wunderbar in die Knie ab.

Nach etwa 12 km ist Pause angesagt. Schlitten festmachen, und die Hunde knuddeln. Tolle Tiere und jedes hat einen einzigartigen Charakter, wie er anders nicht sein könnte. Die gesamte Gruppe macht es sich in einer Hütte bequem und wir bekommen als Stärkung eine sehr schmackhafte Pilz-Suppe mit Brot und Käse gereicht, dazu Tee oder Kaffee. Nach einer guten Stunde Rast folgt die Rückfahrt – Fahrerwechsel. Jetzt habe ich etwas mehr Zeit, die Landschaft zu bestaunen und zu fotografieren, Dirk lenkt jetzt den Schlitten. Wie auf dem Hinweg schon geht es über einen großen See und einen min. 600 m breiten Fluss. Beides komplett zugefroren – Respekt! Nachdem wir wieder am Ausgangspunkt angekommen sind, folgt wieder die Routine: Schlitten festmachen und Hunde knuddeln. Jedes Tier bekommt noch ein großes Stück gefrorenen Fisch, bevor sie wieder in die Zwinger zurückgebracht werden. Time to say goodbye… Wow! Was für ein Erlebnis.

Wieder zurück, checken wir an der „Cold Reception“ des Icehotels ein. Die Taschen werden in große Schließfächer gesperrt, da uns eine Übernachtung im Ice Room bevorsteht und dorthin kein Gepäck mitgenommen wird. Aber zuerst mal ne Dusche und dann in die Sauna. Im Anschluss haben wir noch genügend Zeit, um mal quer durch den kleinen Ort zu laufen und Ausschau nach dem Restaurant zu halten, für das wir heute Abend reserviert haben, das Old Homestead, welches ebenfalls vom Icehotel betrieben wird, aber ein recht gemütliches und uriges Ambiente haben soll. Der Weg dorthin führt entlang der Hauptstraße und nach ca. 15 Minuten Fußmarsch ist man dort. Jetzt, da wir wissen, wo wir später hin müssen, gehen wir erst nochmal zurück zum Hotel und in die Lobby der „Warm Reception“, wo wir uns eine heiße Schokolade und einen kleinen Snack gönnen und etwas Zeit überbrücken.

Auf dem Gelände des Icehotels gibt es übrigens auch eine Kirche, in der natürlich auch geheiratet werden kann und etwas abseits steht auch noch eine kleine Ausstellungshalle, in der verschiedenes Bildmaterial rund um das „Erlebnis: Icehotel“ präsentiert wird.

Wir treten dann also wieder den Weg zum Restaurant an. Die Annahme, dass uns hier möglicherweise etwas bodenständigeres Essen geboten wird, löst sich recht bald in Luft auf. Auch hier gibt es sehr hochkarätige Küche, allerdings wird das gestrige Erlebnis nicht mehr getoppt. Kann jedoch gut mithalten. Vorab gibt es Elch mit einer Crème, an die sich Dirk leider nicht mehr erinnern kann und für mich gibt es Lachs mit einer Vanille-Crème-Fraîche, süßem Senf und Beeren. Das Hauptgericht wird dieses Mal für beide das Entrecôte mit einer Dill-Sauce und Gemüse, sowie Bratkartoffeln. Sehr lecker! Nachtisch gönnen wir uns nach der ganzen Schlemmerei, die wir bisher hinter uns haben, diese Mal nicht.

Wieder zurück im Icehotel bekommen wir eine kurze Einweisung in den Ablauf der Übernachtung im Ice Room. Später zieht es uns nochmal in die Ice Bar, ein paar weitere Drinks probieren und dann heißt es: Ready 2 Rock! Schlafsäcke an der Rezeption abholen und den Ice Room Nummer 304 beziehen. Dort wartet dann also ein Eisblock als Basis mit darüber gelegten Matratzen und einigen Tierfellen als Grundlage für die Schlafsäcke auf uns. Wirklich „kalt“ ist es hier gar nicht mal. Im Icehotel herrscht durchgängig eine Temperatur von -5°C. Die dicken Schneewände isolieren also recht gut gegen die deutlich kältere Luft draußen. Die Schlafsäcke halten ordentlich warm und schließen so weit, dass am Ende nur noch das Gesicht durch eine Öffnung rausragt. Als Grundlage reicht eine Lage Funktionswäsche vollkommen aus. Sinnvollerweise ziehen wir noch unsere Sturmhauben auf, damit der Kopf auch noch etwas Schutz abbekommt. Licht aus und die Nacht kann beginnen.

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